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Wissen

Wie wird aus einer KI-Idee ein prüfbarer Pilot?

Von Mohamed Ceka · Veröffentlicht am

„Wir sollten etwas mit KI machen.“ Dieser Satz fällt in vielen Unternehmen. Oft folgt darauf entweder nichts, oder einzelne Personen nutzen KI-Werkzeuge auf eigene Faust, ohne gemeinsame Regeln. Beides ist unbefriedigend. Ein gut geplanter Pilot schafft dagegen in überschaubarer Zeit eine Entscheidungsgrundlage. Die folgenden sechs Schritte zeigen, wie das gelingt.

1. Einen konkreten Ablauf wählen, nicht eine Technologie

„KI im Kundenservice“ ist kein Pilot, sondern ein Themenfeld. „Erste Antwortentwürfe für Standardanfragen per E-Mail“ ist ein Pilot. Je genauer der Ablauf beschrieben ist, desto besser lässt sich prüfen, ob KI hilft. Gute Kandidaten sind Aufgaben, die viel Text verarbeiten oder erzeugen, sich oft wiederholen und bei denen ein Mensch das Ergebnis gut beurteilen kann.

2. Die Ausgangslage festhalten

Ohne Vergleichswert lässt sich kein Erfolg messen. Halten Sie vor dem Pilot fest, wie der Ablauf heute läuft: Wie viele Vorgänge gibt es pro Woche? Wie lange dauert einer ungefähr? Welche Fehler oder Rückfragen treten auf? Eine grobe, ehrliche Schätzung reicht. Wichtig ist, dass sie vorher entsteht und nicht nachträglich.

3. Daten und Risiken klären

Bevor ein Werkzeug getestet wird, sollten diese Fragen beantwortet sein:

  • Welche Daten fließen in das Werkzeug? Sind personenbezogene oder vertrauliche Daten dabei?
  • Wo verarbeitet der Anbieter die Daten, und was steht dazu in seinen Vertragsbedingungen?
  • Wer prüft die Ergebnisse, bevor sie verwendet werden?
  • Was passiert, wenn das Werkzeug falsche oder erfundene Angaben liefert?

Sind personenbezogene Daten betroffen, gehört Ihre Datenschutzberatung von Anfang an dazu. Außerdem verlangt die europäische KI-Verordnung seit Februar 2025 von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals. Ein Pilot ist ein guter Anlass, dafür einfache Regeln und eine kurze Einweisung zu schaffen.

4. Erfolgs- und Abbruchkriterien vorab festlegen

Legen Sie vor dem Start fest, woran Sie den Pilot bewerten. Zum Beispiel:

  • Welcher Anteil der Entwürfe ist mit geringer Nacharbeit verwendbar?
  • Wie verändert sich die Bearbeitungszeit pro Vorgang?
  • Welche Fehlerarten treten auf, und wie schwer wiegen sie?

Genauso wichtig sind Abbruchkriterien. Wenn etwa vertrauliche Inhalte in Ergebnissen auftauchen, wo sie nicht hingehören, wird der Pilot gestoppt. Kriterien, die erst nach dem Test formuliert werden, bestätigen meist nur, was man ohnehin glauben wollte.

5. Klein und begrenzt testen

Ein Pilot hat einen festen Zeitraum, eine kleine Gruppe von Beteiligten und einen klaren Rahmen. Getestet wird mit echten, aber unkritischen Fällen. In dieser Phase prüft ein Mensch jedes Ergebnis, bevor es verwendet wird. Halten Sie während des Tests fest, was auffällt: gute Ergebnisse, Fehler und Situationen, in denen das Werkzeug nicht weiterhilft.

6. Auswerten und bewusst entscheiden

Am Ende steht eine von drei Entscheidungen: ausbauen, anpassen oder stoppen. Alle drei sind legitime Ergebnisse. Ein begründeter Abbruch spart Geld und schafft Klarheit. Wird der Pilot ausgebaut, braucht es eine verantwortliche Person, Nutzungsregeln für das Team und eine Dokumentation, die festhält, wofür das Werkzeug eingesetzt wird und wofür nicht.

Fazit

Ein KI-Pilot ist dann gut geplant, wenn vorher klar ist, welcher Ablauf verbessert werden soll, wie er heute läuft, welche Risiken bestehen und woran Erfolg gemessen wird. So wird aus einer vagen Idee eine Entscheidung, die sich begründen lässt, gegenüber dem Team, den Kunden und sich selbst.

Lassen Sie uns kurz prüfen, wo der Hebel liegt.

Im 20-minütigen Erstgespräch klären wir, worum es geht, was bereits vorhanden ist und ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.